„In Ängsten findet manches statt, was sonst nicht stattgefunden hat.“
(Wilhelm Busch)
Bei Ängsten ist professionelle Hilfe wichtig. Eine professionelle Behandlung kann mit Virtual-Reality-Therapie, kognitiver Verhaltenstherapie, Medikamenten oder Entspannungstechniken wie progressiver Muskelentspannung helfen. Zur Selbsthilfe bei akuten Ängsten sind ruhiges Atmen, das Akzeptieren der Angst, das Ablenken durch Konzentration auf etwas anderes, soziale Kontakte und körperliche Aktivität sinnvoll. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, regelmäßigen Mahlzeiten und dem Meiden von Alkohol und Koffein kann langfristig unterstützen.

Unbehandelt besteht ein zusätzlich erhöhtes Risiko für Depressionen, suizidales Verhalten, Zwänge, Drogen- und/oder Alkoholabhängigkeit, Essstörungen und Bildungsschwierigkeiten bzw. sozialen und/oder beruflichen Schwierigkeiten.
Mit der Virtual-Reality-Therapie kann die Behandlung von Ängsten und Depressionen wirksam unterstützt werden! Verwendet wird das „VR Coach® smart-system“ des Unternehmens VR-Coach. Eine Behandlungseinheit zu 50 Minuten schlägt sich mit € 90.- zu Buche, wobei bei Phobien ca. 5-7 Einheiten notwendig sein können.

Die Therapie von Ängsten mittels Virtual Reality (VR) ist eine Form der Expositionstherapie, bei der Patienten in kontrollierten, computergenerierten Umgebungen ihren Angstsituationen ausgesetzt werden. Durch eine VR-Brille können die Patienten die Angst auslösenden Reize – wie Spinnen, Höhen, Vortragssituationen, Autofahrten oder Flugzeuge – lebensecht erleben, ohne reale Gefahr. Ziel ist es, durch wiederholte Konfrontation einen neuen Umgang mit der Angst zu erlernen, die Symptome zu reduzieren und die Angstbewältigung in den Alltag zu übertragen.
Was ist eine Angststörung?
- Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der uns vor gefährlichen Situationen warnt. Durch das Angstgefühl werden Körper und Geist in Alarmbereitschaft versetzt. Diese Stressreaktion dient als Vorbereitung auf eine Flucht oder auf einen Kampf bzw. auf ein Abwarten.
- Wenn die Angst jedoch in ungefährlichen Situationen vermehrt auftritt, besteht eine Angststörung. Betroffene erleben die Angst dann psychisch und körperlich sehr intensiv. Die Angst wird oft erkannt, kann aber nicht reguliert oder abgestellt werden. Angsterlebnisse können ohne Auslöser (z.B. generalisierte Angststörung) oder mit Auslöser (z.B. Phobien) hervorgerufen werden.
- Meist reagieren Betroffene damit, dass sie solche Situationen, in denen sie Angst empfinden, meiden. Dies kann zu sozialem Rückzug und in extremen Fällen zu Schulverweigerung oder auch Arbeitsunfähigkeit führen.
Wann soll ich Hilfe suchen?
- Bei Verhaltensweisen, welche über Wochen anhalten oder immer wiederkommen
- Intensive Ängste (u.a. Panik) und Sorgen mit Nervosität und Konzentrationsproblemen
- Motorische Unruhe und innere Anspannung, zum Beispiel Ruhelosigkeit, Zittern, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen
- Körperliche Übererregung in bestimmten Situationen, zum Beispiel Übelkeit, Schweißausbrüche, Schwindel, Herzrasen, Durchfall, Mundtrockenheit
- Starke Trennungsangst oder bei Kindern Trennungsangst gegenüber der Bezugsperson
- Schlafstörungen, zum Beispiel unruhiger und schlechter Schlaf, Einschlafprobleme, Durchschlafprobleme
- Psychosomatische Probleme, zum Beispiel häufige Magenschmerzen, Durchfall, Kopf- und Gelenkschmerzen u.a.
- Vermeidung angstauslösender Situationen
Welche Angststörungen gibt es?
- Generalisierte Angststörungen (Angst ohne Auslöser in verschiedenen Lebensbereichen)
- Panikstörungen und Panikattacken (intensive Angstanfälle ohne erkennbare Auslöser)
- Soziale Angststörung (Angst vor sozialen Situationen, Kontakten)
- Spezifische Phobie (Angst vor bestimmten Tieren, Objekten oder Situationen, die eigentlich ungefährlich sind)
- Schulphobie (Angst vor der Schule oder bestimmten schulischen Situationen)
- Angst und Depression gemischt
Wodurch können Angststörungen entstehen?
- Meist im Zusammenspiel verschiedener Faktoren
- Neurobiologisch: Dysfunktion in den Teilen des limbischen Systems und des Hippocampus (Regulationsstörung)
- Genetisch (viele genetische Varianten)
- Traumatische Erlebnisse (soziale Ausgrenzung, Misshandlung, einschneidende Veränderungen)
- Familiäre Belastungen, Drogen
- Umweltfaktoren (u.a. Kriege, Katastrophen)
Welche familiären Faktoren können eine Rolle spielen?
- Psychische Erkrankungen der Eltern
- Frühkindliche Bindungsmuster: unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent und desorganisiert/desorientiert
- Persönlichkeitsfaktoren (Angstsensivität)
- Ungünstiger Erziehungsstil (u.a. überbehütend, egalitär)
- Familienklima: viele Konflikte oder Gewalt, niedriger sozioökonomischer Status, soziale Probleme
Ziele in der Therapie sind…
- ein Wegfall der Angstsymptome und des Vermeidungsverhaltens
- eine Reduktion der Angstsymptome und des Vermeidungsverhaltens
- eine Reduktion der Rückfallwahrscheinlichkeit
- die Verbesserung der sozialen Integration und Teilhabe
- eine Wiederherstellung der schulischen/beruflichen Leistungsfähigkeit
- eine Verbesserung der Lebensqualität
